Kindsein
Alle schauen auf den Zeiger,
Mathestunde endlos lang,
warten auf die große Pause,
wann man endlich spielen kann.
Zappeln zwischen bunten Ranzen,
hinter Tischen immer zwei,
nur auf einem Stuhl sitzt einer,
sehnt das Ende nicht herbei.
Klingeln, Toben auf dem Schulhof,
unbeschwerter Freiheitsdrang,
schleichend kämpft sich über Flure,
der sich selbst nicht leiden kann.
Mitten unter ihnen steht er,
und die andern sehen nicht,
dass er rennen will mit ihnen,
nur die Flecken im Gesicht.
Diese kann er sonst nicht spüren,
weil es schmerzlos, harmlos ist,
nur die Seele fühlt das Brennen,
wenn ein Kind das Kindsein misst.
Frühlingsgesicht
Durch die schwarzen Haare
schimmern junge
Sonnenstrahlen,
wollen Bild des Frühlings
in dein Angesicht nun malen.
In den braunen Augen
spiegelt sich der blaue
Himmel,
dort am Firmament spielt
weich ein ausgedachter
Schimmel.
Hinter roten Lippen
reitet Glück auf leisen
Tönen,
Kuss vom Hauch des Windes
wird die Sehnsucht zart
verwöhnen.
Frische Frucht verlockend,
reift heran zur
Frühjahrsblüte,
Wangen zwischen Händen
wollen,
dass ich sie behüte.
Vergossene Träume
Im Rinnsal vergossener Träume
vertrocknet die Spur einer Trauer.
Versalzenes Flussbettverödet,
die Quelle versteinert zur Mauer.
Das farbige Spiel eines Lächelns
- verlaufen in Falten -
wird grauer.
Ein Schimmer der Hoffnung bewirbt sich
aus Freundschaft als neuer Erbauer.