Wenn ich einen Vater hätte
Wenn ich einen Vater hätte,
wären meine Hände glatt,
ohne staubzerfress'ne Lunge
würden meine Schwestern satt.
Wenn ich einen Vater hätte,
würde ich zur Schule geh'n,
nicht das Gift des Berges essen,
könnte in die Zukunft seh'n.
Wenn ich einen Vater hätte,
würde leben ich sehr lang,
doch schon bald werd ich beenden
unseren Familienstrang.
Lebensschicksal ist mein Vater,
sandten Götter her zu mir,
sagen jene die mich schicken
jeden Tag ins Bergrevier.
Gewidmet den den Kinderabeitern
in den bolivianischen Minen
Unabwägbarkeiten
Wer versessen ist, zu allen Zeiten
abzuwägen Unabwägbarkeiten,
wird versagen sich entspanntes Leben,
durch den Stress, den er sich selbst gegeben.
Und Entscheidungen wird er vertagen,
bis die anderen entschieden haben,
er wird warten, ob sich Bessres findet,
bis das Beste vor ihm selbst verschwindet.
Doch das Schlimmste, was ihm kann geschehen,
wird vor Sicherheiten er nicht sehen,
dass auf jene, die auf alles achten,
oft zum Schluss die grössten Pannen warten.
Grausamer Tausch
Heute ist der Tag gekommen,
Umzugskartons stapeln sich,
Sarah sitzt in ihrem Zimmer,
sagt zur Puppe ‚streichle mich’.
Denn danach verpacken Männer
mit dem Lächeln im Gesicht,
womit Sarah gestern spielte,
‚Drückt die Sachen bitte nicht’.
Eifrig hilft sie, zu verstauen,
will, dass alles heile bleibt,
niemand soll die Spiele klauen,
wenn sie sich die Zeit vertreibt.
Kahle Wände, letztes Spielzeug,
Kleintransporter ist fast voll,
Mutter streichelt eine Träne,
zählt das Geld, das füttern soll.