Die Geschichte

Was kann ich vom Leben verlangen? Sind Träume und Wünsche nur Illusionen? Was verliere ich, wenn ich Neues anstrebe?

Diese Fragen sind es, die die Handlung des Buches wie ein roter Faden durchziehen. Die 26 jährige Anna lebt auf einer Insel im Oslofjord mit ihrem Onkel zusammen, der ein richtiger Einsiedler ist und sich um sie kümmert, seit sie im Alter von 10 Jahren ihre Eltern  bei einem Autounfall verloren hat und dadurch selbst an den Rollstuhl gefesselt ist. Sie wächst einsam und zurückgezogen auf, so dass  ihr einziger Ansprechpartner ihr Onkel Per ist. Das, was sie bewegt und was sie sich erträumt vom Leben, kann sie mit ihm nicht teilen. So vetraut sie ihre Gedanken und Wünsche selbst gezeichneten Bildern und Briefen an, die sie eines Tages an einen Unbekannten in Deutschland verschickt.
Julius, so heißt der Adressat der Briefe, wohnt in Cuxhaven und ist mit seinem Leben gänzlich unzufrieden. Auch durch die Post der unbekannten Schreiberin, aber vor allem durch ein Arbeitsangebot aus Norwegen entscheidet er sich gegen den Willen seiner langjährigen Freundin nach Oslo zu fahren, um ein neues Leben anzufangen, ohne sie. Seine Hoffnungen werden nicht erfüllt, so wie er es sich erwartet hatte, und schnell treibt ihn die Frage um, ob sein Schritt richtig war, ins Ausland zu gehen. Durch Recherchen findet er heraus, wer ihm die Briefe geschrieben hat und wo diese Person, nämlich Anna, wohnt. Er sucht sie auf und findet schnell Zugang zu der ansonsten sehr zurückhaltenden jungen Frau, trotz der anfänglichen Skepsis ihres Onkels.
Die beiden verbringen viel Zeit miteinander und Julius will Anna helfen, ihre Wünsche zumindest teilweise zu leben. Es stellt sich heraus, dass Annas Behinderung heilbar sein könnte, und Julius kann sie überreden, ärztliche Hilfe aufzusuchen. Trotz dieses Ansporns, und der sich daraus ergebenden Möglichkeiten für eine Änderung in Annas Leben, geht sie darauf nur halbherzig ein; zu verfestigt, scheint sie in ihrem bisherigen Leben zu sein. Julius ist einerseits enttäuscht über ihre Haltung, muß sich aber zugestehen, dass Anna nicht wirklich unglücklich dabei ist. Vielmehr erkennt er, dass sie sich nicht eine komplette Lebensänderung wünscht, sondern eher eine mentale Horizonterweiterung, die sie durch das Zusammensein mit Julius erfährt. Er sieht ein, dass es keinen Sinn macht, sie mit Gewalt aus ihrer Situation zu reissen. Bei dem Versuch, letzteres zu tun, erkennt er dass er seine eigene Problematik auf sie überträgt, nämlich vor dem momentanen Leben zu flüchten, um angetrieben durch Illusionen etwas gänzlich Neues zu finden, was auf diese Weise in Enttäuschungen enden muss. Noch mehr wächst nun die Unsicherheit in ihm, ob es richtig war, alles in Deutschland aufgegeben zu haben. In dieser Situation wird ihm ein einmaliges Angebot in seiner alten Heimat offeriert, was er nur schwer ablehnen kann und sieht dieses als endgültige Chance, sein Lebensziel zu finden - wenn da nicht die inzwischen stark gewachsene Beziehung zu seiner Freundin Anna wäre.