Die Geschichte
Was ist Erfolg?
Es ist die Anerkennung für eine erbrachte Leistung, sagt man lapidar. Und der Stolz ist ein Kind der Anerkennung. Aber welches Kind möchte nicht gerne seine Eltern wirklich kennen. Stolz als Resultat anonymer, vielleicht auch kommerzieller Erfolge ist etwas anderes als jener aus sozialer Anerkennung. Und dieser ist wieder verschieden zu dem Stolz, der aus uns selbst entspringt, der uns intuitiv überfällt, wenn wir wissen, dass etwas Geschaffenes in unserem Leben uns persönlich weiterbringt und wichtig ist.
An dieser zuletzt aufgeführten Variante mangelt es Sebastian eigentlich nicht. Er ist ein ehrgeiziger Hobbyautor mit Talent. Aber an dem persönlichen Gefühl, etwas mit seinen Texten für sich und sein näheres Umfeld geschaffen zu haben, kann er trotzdem nicht lange Freude empfinden. Sebastian ist eher ein Einzelgänger und hat nur wenige Freunde, die ihn darin bestätigen und die zudem auch nicht alle den Enthusiasmus für seine Schreiberei teilen. So sehnt er sich nach einer weiterführenden Anerkennung, die er nicht erzwingen kann und von welcher er auch nicht weiß, ob sie wirklich das ist, wonach er sucht. Es ist ein Glück, eine Anerkennung von außerhalb, von der er glaubt, sie mit einem Erfolg als Schriftsteller erhalten zu können. So verkrampft er sich in dem Versuch, sich seinen sehnlichsten Wunsch zu erfüllen und ein Buch zu veröffentlichen.
Auch die Theaterschauspielerin Wanda, die er bei einem Urlaub in Stockholm kennenlernt, hatte ehemals Probleme mit dem Erfolg ihrer Arbeit. Im Gegensatz zu Sebastian hat sie gelernt, damit umzugehen und den Publikumserfolg zu sehen, als das, was er ist: eine schöne, aber unpersönliche Anerkennung für die eigene Arbeit. Sie zieht vielmehr einen Nutzen aus der eigenen Freude an dieser Tätigkeit; einen Nutzen, der im Zusammenhang mit ihrer Krankheit und Vergangenheit zu sehen ist. Ihre Prioritäten hinsichtlich des Begriffs 'Glück’ sind daher verschieden zu jener Bedeutung, die Sebastian ihm beizumessen versucht.
Als er Wanda begegnet, erkennt Sebastian allmählich, dass das, was er wirklich sucht, wachsen muss und sich nicht als Wertigkeit in Verkaufszahlen ausdrücken lässt. Auf der einen Seite längst dabei, zu finden, wonach er sich wirklich sehnt, beginnt er auf der anderen einen scheinbaren Erfolg zu schmecken, von dem er ahnt, dass es eine Mogelpackung sein könnte. Er steht emotional zwischen der Verlockung seines vermeintlichen Glücks und den Realitäten, die Wandas Leben ihm vor Augen führen und die doch eine gemeinsame Chance für beide beinhalten.